Rechtsterrorismus in Deutschland

die immer noch unterschätzte Gefahr

Die offiziellen Reaktionen auf die Attentate in Halle am 09. Oktober 2019 und in Hanau am 19. Februar 2020 fielen so hilflos aus wie in allen früheren Fällen gleicher Art: Überraschung, Staunen, Bestürzung, Trauer und der Ruf nach Stärkung der Exekutivgewalt. Gerade so, als handle es sich stets wieder um die unvorstellbare allererste Mordaktion gegen Juden und Menschen mit Migrations-hintergrund im Nachkriegsdeutschland. Mit über 200 Todesopfern seit 1990 und der Mordserie des National-Sozialistischen Untergrunds (NSU) ist der Rechtsterrorismus in den letzten Jahren besonders sichtbar geworden aber es gibt ihn schon seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Unsere Veranstaltung findet fast auf den Tag genau 40 Jahre nach dem Oktoberfest-Anschlag vom 26.9.1980 statt, bei dem 13 Menschen getötet und über 200 verletzt wurden.

In der Veranstaltung des Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis in Kooperation mit Oberberg ist bunt nicht braun, wird über die Geschichte des Rechtsterrorismus informiert und die aktuelle Situation beleuchtet. Außerdem soll über die Auswirkungen rechtsterroristische Anschläge für die Opfer und ihre Angehörigen, informiert werden.

- Robert Andreasch, Journalist und Mitarbeiter des Antifaschistischen Informations- und Dokumen-tationsarchives München (A.I.D.A.), wird in seinem Vortrag die Geschichte des Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland beschreiben.

- Yücel Özdemir, Journalist aus Köln (Evrensel, Neues Leben/Yeni Hayat), wirft einen Blick auf die Rolle der Medien. In den 90ern war „Das Boot ist voll“ ein gerne genommenes Titelthema, bei der NSU-Mordserie wurde von Dönermorden gesprochen und die Berichte über Clankriminalität in den Shishabars sorgen für eine Stimmung in der Bevölkerung, die Rechtsterroristen ermutigt.

- Eine Vertreterin der Initiative „Keupstraße ist überall“ aus Köln wird von den Folgen des Nagel-bombenanschlags des NSU am 9. Juni 2004 berichten. In der 7-jährigen Ermittlungsarbeit bis 2011 (Selbstenttarnung des NSU-Komplexes), konzentrierte sich die Polizei ausschließlich auf einen Hinter-grund im Bereich der „Ausländerkriminalität“ es gab Überwachungen der Opferfamilien und Ermitt-lungen gegen sie. Eine Gedenkstätte gibt es bis heute nicht. Die Initiative „Herkesin Meydanı — Platz für Alle“ setzt sich dafür ein, ein Mahnmal einzurichten (https://mahnmal-keupstrasse.de/). 

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Mahnwache zum Gedenken an das rassistische Massaker in Hanau

19. Februar 2021 – 18.30 Uhr – Gummersbach Lindenplatz
Wir schließen uns dem Aufruf von der Initiative "unser Oberberg ist bunt nicht braun" an eine Mahnwache im Gedenken an das rassistische Massaker in Hanau zu veranstalten.
In den Abendstunden des 19. Februar 2020 ermordete ein aufgehetzter Rassist in Hanau Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin
#saytheirnames

"Was geht mich das an?"

Was tust du, was tut ihr gegen Antisemitismus und Rassismus?
500 Euro (1. Preis), 300 Euro (2. Preis) und 200 Euro (3. Preis)

die immer noch unterschätzte Gefahr

Veranstaltung am 30.09.2020 um 19 Uhr in der Halle 32 in Gummersbach.
Anmeldungen bitte unter: info@netzgegenrechts-oberberg.org.

Open Air Filmvorführung

Das Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis zeigt in Kooperation mit dem Mehrgenerationenpark des AWO Kreisverband Rhein-Oberberg den Film Wildes Herz über die Band Feine Sahne Fischfilet am 06.08.2020, Filmstart 20:00 Uhr