Solidaritätsbekundung

Am 12. März 2020 erhielt eine Kommunalpolitikerin im Oberbergischen Kreis, einen Drohbrief an ihre Privatadresse. In diesem hieß es u.a. "Du wirst nicht mehr lange leben!" und "Wir wissen wo du wohnst und dich bewegst." Unterzeichnet wurde der Brief mit "18 Panther Paul 18" und stellt damit einen Bezug zu den Morden des NSU her, die in ihren Bekennervideos Ausschnitte der Zeichentrickserie Paulchen Panther verwendeten.

Wir, die Unterzeichnenden, sind entsetzt darüber, dass solche Morddrohungen im Oberbergischen an Kommunalpolitiker und Menschen, die sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus engagieren, gerichtet werden. Wir erleben in zunehmendem Maße eine Sprache des Hasses, der Aggressivität, Diskriminierungen und persönliche Beleidigungen, bewusste Kränkungen und Ausgrenzung in Wort und Tat. Wir beobachten mit größter Sorge, wie sich die Stimmung, die Kommunikation und die alltäglichen Umgangsformen in unserer Gesellschaft verändern. 

In Artikel 1 des Deutschen Grundgesetzes heißt es:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

Wir sehen diesen Grundkonsens bedroht. Wir beobachten, wie unsere Gesellschaft gespalten und Menschen emotional aufgehetzt werden sollen. Extreme Gruppierungen und Personen, insbesondere Repräsentanten der Rechtspopulisten und Rechtsextremen, tragen zu dieser Verrohung des Umgangs maßgeblich bei. Damit wird der Boden bereitet für Hass, Aggressionen und physische Gewalt.

„Was notwendig ist, ist der Schutz des Rechtsstaates. Das heißt auch Verfolgung der Verantwortlichen, die Verantwortung tragen für solche Angriffe, aber vor allen Dingen brauchen wir ein Bewusstsein in der gesamten Gesellschaft, dass es hier nicht Angriffe auf einzelne Personen sind, sondern dass die Wurzeln der Demokratie angegriffen sind.“- Frank-Walter Steinmeier in einer Rede am 10.03.2020 über die Bedrohung von Kommunalpolitiker*innen

Wir lassen uns nicht einschüchtern, setzen uns weiterhin gegen Rassismus und Rechtsextremismus ein und sind solidarisch mit denen, die von Rechten bedroht und angegriffen werden.
 
 
Die Unterzeichnenden:
Achim Eckstein
Adda Grün, CDU Wiehl
Andre Lang, CDU Wiehl
Andrea Ruland, CDU Wiehl
Andreas Nahnsen
Angelika Knips, CDU Wiehl
Angelika und Peter Bartknecht
Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege OBK
AWO Ortsverein Lindlar
Bernd Teuber
Bianka Bödecker, CDU Wiehl
Björn Cassebaum
Bündnis 90 Die GRÜNEN Ortsverband Gummersbach
Bündnis 90 Die GRÜNEN Kreisverband Oberberg
Bündnis 90/ Die Grünen OV-Hückeswagen  
Claudia und Lutz Erasmus
Cordula Kolarik
Cornelia Gerhard
Daniela Menn
Dawn Stiefelhagen, Ortsvereinsvors. SPD Engelsk./ Ründeroth
Die LINKE Ortsverband Wiehl
Dieter Frohloff
Dietmar Persian, Bürgermeister der Schloss-Stadt Hückeswagen
Diyar Agu, DIE LINKE Aachen
Dr. Gero Karthaus, Bürgermeister der Gemeinde Engelskirchen
Dr. phil. Johannes Kiess
E E R Raithel, Straßen- und Tiefbau GmbH   
Eric Bredtmann, CDU Wiehl
FDP Ortsverband Lindlar
Friedhelm Julius Beucher
Georg Lüdenbach
Gerhard Feldhoff
Gerhard Jenders
Grüne Jugend Oberberg
Hanne Beucher
Hans Hermann Mertens
Hartmut Schröter
Heidrun Schmeis-Noack
Helge Sulfrian
Helmut Schäfer
Henrik Köstering
Hidayet Akbaş
Holger Henning
Horst Breidenbach
IG Metall Geschäftsstelle Gummersbach
Inci Özmen
Inge Mohr-Simeonidis
Iris Traudisch
J.-Mojan Kaufmann, IPPNW-Oberberg
Jan Köstering, Die LINKE Oberberg
Jens Künstler, Koordinierungsstelle des NgR im Oberbergischen Kreis
Jugendzentrum Horizont Lindlar
Juliane von Scheidt
Jonny Erfurth, CDU Wiehl
Jusos Oberberg
Karin Vorländer
Karl Prawitz, CDU Wiehl
Kerstin Schrabe, CDU Wiehl
Kim Schröter
Kirsten Zander-Wörner, Gem. Marienheide  
Larissa Gebser, CDU Wiehl
Lisa Blum
Lydia Tittes, CDU Wiehl
Magdalena und Ulrich Wagner
Marc Schröter
Marianne und Eberhard Steinkrüger
Marie Christin Griffiths
Marc Becker, CDU Wiehl
Marcus Heck, CDU Wiehl
Martin Rauner
Martina Jurkschat
Matthias Lückert
Michael von Rekowski,Bürgermeister der Hansestadt Wipperfürth 
Michael Schrerer, SPD Ratsfraktion Lindlar
Michaela Engelmeier
Monika und Michael Höhn
Monika Weispfennig-Buchfeld
Moritz Müller, CDU Wiehl
nina+nico e.V.
Notker Schneider, Sprecher Bündnis 90/ Die Grünen OV Engelskirchen
NRWeltoffen Aachen
"Oberberg steht auf"
Peter Kesehage, CDU Wiehl
Ralf Wurth
Regina Pickhardt, CDU Wiehl
Renate Bonow
Renate Wollenweber
Rüdiger Gennies, Bürgermeister der Gemeinde Reichshof   
Sarah Bartkowski
Sarah Schröter
SC 08 Radevormwald
Simon Lucas
Sören Teichmann, CDU Wiehl
SPD-Kreisverband Oberbergischer Kreis
SPD-Kreistagsfraktion Oberbergischer Kreis
SPD OV Lindlar
SPD OV Wiehl
Stefan Ihne, CDU Wiehl
Stefan Meisenberg, Bürgermeister der Gemeinde Marienheide
Stefan Rossner, CDU Wiehl
Steffen Mielke, FDP Lindlar
Stephanie Lobscheid
Terre des hommes Gruppe Oberberg
Thomas Döpp
Thomas M. Seimen, CDU Wiehl
Thomas Noss, CDU Wiehl
Thorsten Konzelmann
Titzian C. , CDU Wiehl
Tülay Durdu
"Unser Oberberg ist bunt- nicht braun"
Ursula Mahler
Ute Radermacher
Viola Frauen Initiative Oberberg
Wir sind mehr im Bergischen
Wohnhilfen Oberberg
Wolfgang Brelöhr
Wolfgang Vorländer
 
Sollten Sie ebenfalls unterzeichnen wollen, schreiben Sie uns bitte eine Email unter info@netzgegenrechts-oberberg.org.

Solidrität in Zeiten von COVID 19

In Zeiten von COVID 19 sollte sich Solidarität, nicht nur auf infizierte oder gefährdete Personen konzentrieren. Wir, das Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis, möchten gerne Online Interviews durchführen mit Menschen die sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus engagieren oder davon betroffen sind. Wir wollen wissen, was sich für Sie in Ihrem Arbeitsbereich durch Corona verändert hat. Wie ist beispielsweise die aktuelle Situation in den Flüchtlingsheimen, oder was bedeutet es für uns, dass die Grenzen dicht gemacht werden und damit leere Notfallbetten in München nicht für italienische Patienten aus Tirol, Notfallbetten in Freiburg nicht für französische Patienten aus dem Elsaß genutzt werden können und führen diese Entscheidungen zu einem neuen Nationalismus?
 
Wir wollen versuchen in den nächsten Tagen möglichst viele Menschen aus dem Oberbergischen zu erreichen, die sich gegen Rassismus, Rechtsextremismus oder in der Flüchtlingsarbeit engagieren, um zu erfahren was sich für sie durch Corona verändert hat.
Könnten sie sich vorstellen uns ein paar Fragen zu beantworten? Die Interviews werden von uns veröffentlicht. 
Bei Interesse finden Sie die Fragen hier. 

25 Jahre STOLPERSTEINE - ABGESAGT!!!

Vortrag von Dr. Hans Hesse anlässlich der ersten STOLPERSTEIN-Verlegung in Gummersbach

 

Leider musste diese Veranstaltung auf Grund der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Jugendkulturpreis 2020

"Was geht mich das an?" - Antisemitismus, Rassismus, Rechtspopulismus

Euch beschäftigen die Themen Antisemitismus und Rassismus und ihr wollt andere darauf aufmerksam machen, wo uns diese Themen im Alltag begegnen?
Bewerbt Euch beim Jugendkulturpreis 2020 mit einem kulturellen Beitrag.
Zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Migration, Identität und Heimat, zwischen Verschwörungstheorien und Holocaustleugnung, zwischen Rechtspopulismus und Hate-Speech, stellt sich uns ständig die Frage: "Was geht mich das an?"
Rassismus und Antisemitismus begegnet uns in den täglichen Nachrichten, im Internet oder in Gesprächen auf dem Schulhof. Bei der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, im Wahlkampf oder in der eigenen WhatsApp Gruppe kann man mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen konfrontiert werden. Natürlich fällt es uns dann leicht zu sagen: "Das geht mich nichts an", wenn wir nicht gerade selber das Ziel der Äußerungen sind. Umso bemerkenswerter sind die vielen Aktionen und Äußerungen junger Menschen, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus engagieren.
 
Aufstehen gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtspopulismus!
Was tust du, was tut ihr gegen Antisemitismus und Rassismus?
Beschreibt Situationen, die ihr in eurem Alltag erlebt oder von Freunden erzählt bekommen habt. Stellt mit künstlerischen Mitteln dar, wie ihr mit diesen umgeht. Die Umsetzung kann z.B. musikalisch, als Theaterstück, als Skulptur, Malerei oder Zeichnung, literarisch – als Prosa oder Poetry, fotografisch oder filmisch erfolgen. Die Form des Beitrags ist frei wählbar.
 
Teilnehmen können Gruppen von Jugendlichen oder Einzelpersonen zwischen 12-21 Jahren aus dem Oberbergischen Kreis.
Wir bitten darum, die Beiträge in digitaler Form einzureichen – also z.B. als digitale Fotostrecke, als Videoclip, als Audiodatei oder als Textdatei – an info@netzgegenrechts-
oberberg.org. (Bei Skulpturen oder Malerei zunächst Fotos einsenden, eventuell werden die Werke dann bei der Preisverleihung ausgestellt.) Dateien ab einer Größe von 5 MB bitte
nur über einen Filehosting-Dienst (z.B. https://wetransfer.com/) übermitteln.
Bitte achtet bei der Einreichung darauf, dass ihr Angaben über euch bzw. eure Gruppe macht und euer Werk kurz erläutert, auch den Bezug zum Oberbergischen Kreis. Solltet ihr Bezug auf Inhalte aus Filmen, Büchern oder Zeitschriften nehmen, achtet bitte auf korrekte Quellenangaben. Außerdem möchten wir wissen, ob ihr gegebenenfalls mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. (Minderjährige benötigen für eine Veröffentlichung das Einverständnis der Eltern, auf Anfrage senden wir euch Einverständniserklärungen zu).

Die Arbeiten werden von einer Jury bewertet. Die drei besten werden mit 500 € (1. Preis), 300 € (2. Preis) und 200 € (3. Preis) prämiert. Die Preisverleihung wird am 30. Oktober
2020, im Rahmen einer Veranstaltung gegen Antisemitismus, vorgenommen.
Einsendeschluss ist der 16. Oktober 2020.

Wir sind Juden aus Breslau

Filmvorführung anlässlich des Holocaust-Gedenktages

In Kooperation mit der Volkshochschule Gummersbach, zeigen wir den Film "Wir sind Juden aus Breslau".  Am 22.Januar 2020, von 17:45-20:00 Uhr im Kino SEVEN in Gummersbach. Eine zusätzliche Schulvorführung mit K. Kaper wird am 23. Januar um 10 Uhr stattfinden.Schulen, die Interesse haben, können sich gerne beim Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis melden.

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrations-lager Auschwitz. 14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationen-porträt. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft. Eine Rolle im Film spielt auch der Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Wrocław. Diese Einbindung macht die Fallhöhe deutlich, der Kontrast zum Vergangenen, zum unwiderruflich Verlorenen, wird schmerzhaft größer und deutet doch die Möglichkeit eines zarten Neubeginns an.

Der Film dauert 108 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben.

Wir freuen uns, dass Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen die Schirm-herrschaft für diese Veranstaltung übernommen hat. Regisseurin Karin Kaper führt in das Thema ein und steht nach der Aufführung für ein Filmgespräch zur Verfügung. Karten (max. 2 pro Person) sind ab einer Stunde vor Veranstaltungsbeginn kostenlos an der Abendkasse des SEVEN erhältlich. Die Veranstaltung ist für Sie kostenfrei.

Veranstalter: Koordinierungsstelle des Netzwerks gegen Rechts in Kooperation mit der Volkshochschule Gummersbach

Veranstaltungsort: SEVEN Kinocenter Gummersbach Steinmülleralle 16-18, 51643 Gummersbach

Antisemitismus heute

 

Die Hemmschwelle für antisemitische Äußerungen ist heute wieder gesunken. Immer mehr Menschen jüdischen Glaubens werden in der Öffentlichkeit oder den sozialen Netzwerken angefeindet. Synagogen und andere jüdische Einrichtungen müssen gegen Angriffe geschützt werden.

Der Angriff auf Menschen jüdischen Glaubens ist ein Angriff auf die gesamte Gesellschaft, insofern ist die Bekämpfung von Antisemitismus selbstverständlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns alle stellen müssen.

„Religionsfeindlichkeit energisch entgegenzutreten und alles zu tun, damit Menschen jüdischen Glaubens ihre Religion in Deutschland ohne Angst vor Bedrohung leben können, ist eine wichtige Aufgabe in unserer Demokratie.“ So formuliert es Frau Leutheusser-Schnarrenberger, seit Ende 2018 Antisemitismusbeauftragte für das Land Nordrhein-Westfalen.

Wir laden herzlich ein, am 8. November 2019 von 19:0 bis 21:00 Uhr mehr über die Beweggründe und die Aufgaben von Frau Leutheusser-Schnarrenberger zu erfahren. Ihr zur Seite steht Dr. Johannes Kiess, der das Thema wissenschaftlich beleuchtet.

 

Programm:

 Herzlich willkommen! -Gudrun Martineau - NgR, Klaus Füßmann - THA, Wolfgang Birkholz - CJZ

Die Aufgaben der Antisemitismusbeauftragten in NRW

Ausblick und Perspektiven  -Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW

Jüngste Forschungsergebnisse zum Thema Antisemitismus -Dr. Johannes Kiess, Universität Siegen

Expertin im Gespräch mit Experte

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit Dr. Johannes Kiess

Moderation Dr. Bernhard Wunder, CJZ

anschließend Jugendkulturpreis „Aufstehen gegen Antisemitismus – Haltung zeigen!“ -Preisverleihung Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Ausklang mit Gesprächen bei Imbiss und Getränken

 

Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet von Manu Giannakoudi.

Veranstalter: Koordinierungsstelle des Netzwerks gegen rechtsextremistische, rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Kräfte im Oberbergischen Kreis (Netzwerk gegen Rechts, NgR) Telefon: 02261.9877668, info@netzgegenrechts-oberberberg.org

in Kooperation mit der Theodor-Heuss-Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (THA) und der Oberbergischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. (CJZ).

Veranstaltungsort: Theodor-Heuss-Akademie  Theodor-Heuss-Straße 26  51645 Gummersbach

Um Anmeldung wird gebeten unter info@netzgegenrechts-oberberg.org

Die Einladung kann hier noch einmal abgerufen werden.